Rede Tschernobyl Gedenken 26.04.17

Das Ausmaß an Landverwüstungen, Opferzahlen, katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt und die humanitären Folgen, die allein die weltweite zivile Nutzung der Atomenergie zu verantworten hat, hat längst die eines permanenten Krieges erreicht, welcher sich mit jedem Unfall ausweitet.

Mehr noch, die Folgen der radioaktiven Dauerbelastung wird die Menschheit über Jahrhunderte hinein begleiten und belasten. Die ungelöste Frage der Atommülllagerung vererben wir an unseren Nachkommen.

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wurde auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als erstes Ereignis der Kategorie katastrophaler Unfall eingeordnet.

Seit der Katastrophe ist die Zone um Tschernobyl nahezu menschenleer, die nahegelegene Stadt Pripyat ist eine Geisterstadt, die Natur erobert das Gebiet zurück.

Andrea Johlige, Mitglied des Landtages Brandenburg, begab sich im Oktober/November 2016 auf eine fotografische Spurensuche in der Sperrzone rund um den havarierten Reaktor. Ein Ergebnis dieser Reise ist die Ausstellung „Zerstörtes Leben – verlorene Welt, welche wir am 1. Mai auf dem Brückenfest zeigen werden.

Vor gerade einmal 30 Jahren passierte dieser Super-Gau und dennoch setzen nahezu alle Industrienationen weiterhin auf Atomkraft. Fukushima hat das Bewusstsein noch einmal geschärft und es bedurfte dieser weiteren Katastrophe, um in Deutschland den Ausstieg aus der Kernkraft zu beginnen. Doch auch jetzt mehren sich die Stimmen, die nach dem Ausstieg vom Ausstieg rufen. Deshalb kann man gar nicht oft genug auf die möglichen katastrophalen Folgen dieser Technologie hinweisen und wenn man – mit dieser Ausstellung – dazu beitragen kann, das Bewusstsein hierbei zu schärfen, so wird sie das tun.
Vielen Dank