Zur Entlassung von Oliver Spatz

Nun haben sie ihn entlassen: Oliver Spatz, den neuen künstlerischen Leiter des Kleist Forums. Eine Entscheidung, die auf jeden Fall nachhallen wird in der Stadt.

Der frische Wind, der von vielen gefordert wird, egal in welchem Bereich der Stadt, da war er. Nun wird er vom Geschäftsführer, Stefan Voss, wieder vor die Tür gesetzt.

Wie begeisterte Spatz die Presse mit seinen Visionen bei seiner Antrittskonferenz, wie nahm er in kurzer Zeit die Besucher des Kleist Forums mit neuen Ideen mit und wie dankbar waren die freischaffenden Künstler der Stadt über jemanden, der neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnete?

Seine Ideen waren toll: eben mehr als ein Vertragsspielhaus sein, welches nur Theaterproduktionen einkauft. “Selber machen!” war seine Devise. Eine deutliche Ansage nach vorne und es war toll für die ehemalige Theaterstadt Frankfurt (Oder) und tat ihr sichtlich gut. Jetzt lässt man ihn und uns nach nur 6 Monaten spüren, dass Kreativität und eigener Geist nicht gefragt sind in dieser Stadt. Einmal mehr.

Liegt es wirklich nur daran, dass seine Visionen für das Haus nicht mit dem schmalen Taler, mit dem das Haus wirtschaften muss/soll, vereinbar waren? Ist es nicht eigentlich üblich, dass solche Sachen zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses geprüft werden? Es ist kaum vorstellbar, dass der künstlerische Leiter sechs Monate lang kreative Luftschlösser an der Geschäftsführung vorbei baut, um erst dann auf die Nicht-Machbarkeit hingewiesen zu werden.

Wieder einmal zeigt sich, dass Unfähigkeit und der Unwille zur Veränderung bei der Messe und Veranstaltungs GmbH und in der Stadt, an der Tagesordnung sind. Diese überraschende Personalentscheidung ist ein Zeichen der Unfähigkeit im Umgang mit Menschen und torpediert so Kunst und Kulturschaffende wieder einmal mehr und signalisiert, dass sich Talente an der Oderstadt nicht produktiv entfalten können.

Was ist ist das für eine Aussage, wo momentan wieder über Streichungen im Finanzförderplan diskutiert wird? Mit welchem Recht beansprucht das Kleist Forum Gelder, wenn es mit seinem kreativen Potential und seinen Chancen so fahrlässig umgeht und es seit Jahren nicht schafft, anziehende Alleinstellungsmerkmale in die Stadt und Region zu senden?

Es bleibt letztlich wieder einmal nur die Hoffnung, dass diese Angelegenheit im Aufsichtsrat diskutiert wird und das Kleist Forum nicht weiter seinen Ruf als Personalkarussell zementiert.